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Bildungsweg 03 von 09

Teilqualifikation

Ein anerkannter Beruf, zerlegt in 4 bis 8 Module — jedes einzeln absolvierbar, mit Kompetenzfeststellung am Ende.

Was ist das?

Teilqualifikationen (TQ) zerlegen einen anerkannten Ausbildungsberuf in einzelne Module von meist 2 bis 6 Monaten. Jedes Modul endet mit einer Kompetenzfeststellung und einem Zertifikat.

Wer alle Module eines Berufs absolviert, kann zur Externenprüfung bei der Kammer zugelassen werden — und holt so den vollen Berufsabschluss Schritt für Schritt nach.

Für wen eignet es sich?

Für Erwachsene ohne (verwertbaren) Berufsabschluss, denen eine komplette Umschulung am Stück zu lang oder neben Job und Familie nicht machbar ist.

Ablauf, Dauer & Abschluss

Ablauf

Modul für Modul beim Bildungsträger, oft mit betrieblichen Praxisphasen; zwischen den Modulen sind Pausen oder Arbeitsphasen möglich.

Typische Dauer

Einzelne Module meist 2 bis 6 Monate; der komplette Weg zum Abschluss verteilt sich flexibel über mehrere Jahre.

Abschluss

Zertifikat je Modul; nach allen Modulen Zulassung zur Externenprüfung und damit der volle Berufsabschluss möglich.

Richtwerte · Stand: 07/2026

Filterstufe 2

Auf deine Situation zuschneiden

Wähle Status und Bundesland — die Seite hebt dann hervor, was für dich gilt. Alle Varianten stehen vollständig auf dieser Seite.

Bei diesem Weg führt dein Beschäftigungsstatus — er entscheidet über die Förderart. Das Bundesland ergänzt Landesförderungen.

Status
Bundesland

Was gilt, wenn du angestellt oder beschäftigt bist?

Als Angestellte/r läuft Förderung meist über zwei Schienen: den Betrieb (Qualifizierungschancengesetz) und deine gesetzlichen Ansprüche wie den Bildungsurlaub.

Voraussetzungen & Fristen

  • Beratung und Antrag müssen vor Kursbeginn erfolgen — nachträglich wird nicht gefördert.
  • Für eine Förderung über die Agentur für Arbeit müssen Kurs und Träger nach AZAV zugelassen sein.
  • Beim Qualifizierungschancengesetz stellt der Arbeitgeber den Antrag — sprich das Thema also früh im Betrieb an.

Steuerlich

Selbst getragene Fortbildungskosten (Gebühren, Fahrten, Material, Prüfungen) setzt du als Werbungskosten in der Steuererklärung ab.

Für diesen Weg: Auch Beschäftigte ohne Berufsabschluss können TQ-Module über den Betrieb fördern lassen — der Weg läuft dann über das Qualifizierungschancengesetz.

Stand: 07/2026 · Quellen: SGB III, AFBG, Landesprogramme — Details auf den Programmseiten

Was gilt, wenn du arbeitssuchend bist?

Als arbeitssuchende Person ist die Agentur für Arbeit bzw. das Jobcenter dein zentraler Ansprechpartner — mit den stärksten Förderinstrumenten überhaupt.

Voraussetzungen & Fristen

  • Zwingend zuerst das Beratungsgespräch bei Agentur für Arbeit oder Jobcenter — der Gutschein wird vor der Kursanmeldung ausgestellt.
  • Kurs und Träger müssen AZAV-zertifiziert sein.
  • Erst nach Bewilligung anmelden: eigenmächtig gestartete Kurse werden nicht übernommen.

Steuerlich

Übernimmt die Agentur die Kosten, gibt es steuerlich nichts abzusetzen — selbst getragene Bewerbungs- und Fortbildungskosten bleiben als Werbungskosten absetzbar.

Für diesen Weg: Teilqualifikationen sind ein bevorzugtes Instrument der Arbeitsagenturen für Menschen ohne Abschluss — sprich das Thema im Beratungsgespräch aktiv an.

Stand: 07/2026 · Quellen: SGB III, AFBG, Landesprogramme — Details auf den Programmseiten

Was gilt, wenn du solo-selbständig bist?

Als Solo-Selbständige/r fällst du aus der klassischen Arbeitnehmer-Förderung heraus — es bleiben aber drei starke Hebel: statusunabhängige Programme, Landesförderung und die Steuer.

Für dich eher nicht

Der klassische Bildungsgutschein ist für dich eher nicht zugänglich: Er richtet sich an Arbeitnehmer/innen und Arbeitsuchende. Relevant wird er erst, wenn deine Selbständigkeit endet oder konkret zu enden droht — dann hilft die Beratung der Agentur für Arbeit.

Voraussetzungen & Fristen

  • Landesprogramme verlangen fast immer eine Beratung und Bewilligung vor der Kursbuchung.
  • Viele Landesprogramme knüpfen an Betriebssitz oder Wohnsitz im jeweiligen Bundesland sowie an Einkommensgrenzen an.
  • Für das Aufstiegs-BAföG gelten die üblichen Voraussetzungen des angestrebten Fortbildungsabschlusses (i. d. R. abgeschlossene Ausbildung oder Berufspraxis).

Steuerlich

Weiterbildung mit betrieblichem Bezug ist voll als Betriebsausgabe absetzbar und mindert deinen Gewinn — inklusive Reise- und Materialkosten.

Stand: 07/2026 · Quellen: SGB III, AFBG, Landesprogramme — Details auf den Programmseiten

Was gilt für Unternehmen und Arbeitgeber?

Für Ihr Unternehmen ist die Weiterbildung Beschäftigter direkt förderfähig — zentral über das Qualifizierungschancengesetz, ergänzt durch Landesprogramme für Betriebe.

Voraussetzungen & Fristen

  • Antragstellung vor Maßnahmebeginn über den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.
  • Gefördert werden Qualifizierungen mit mehr als 120 Stunden Umfang bei zugelassenen Trägern.
  • Der Fortbildungsabschluss der letzten Jahre bzw. der Zeitabstand zur letzten geförderten Maßnahme wird geprüft.

Steuerlich

Weiterbildungskosten für Beschäftigte sind vollständig als Betriebsausgaben abziehbar; übernommene Kurskosten sind unter den üblichen Voraussetzungen kein Arbeitslohn.

Stand: 07/2026 · Quellen: SGB III, AFBG, Landesprogramme — Details auf den Programmseiten

Abgrenzung: Was ist der Unterschied?

Teilqualifikation vs. Umschulung

Die Umschulung ist ein durchgehender Lauf zum Abschluss; die Teilqualifikation erreicht dasselbe Ziel in einzeln buchbaren Etappen.

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Häufige Fragen

Ist ein TQ-Zertifikat auf dem Arbeitsmarkt etwas wert?
Ja — jedes Modul bescheinigt konkret einsetzbare Kompetenzen und verbessert die Vermittlungschancen. Den vollen Wert eines Berufsabschlusses erreichst du aber erst mit der Externenprüfung nach allen Modulen.
Muss ich alle Module am Stück machen?
Nein, das ist gerade der Vorteil: Zwischen den Modulen kannst du arbeiten oder pausieren und später weitermachen.
Für welche Berufe gibt es Teilqualifikationen?
Vor allem für Engpassberufe — etwa Lager/Logistik, Verkauf, Metall, Elektro, Pflegehilfe oder Fahrzeugführung. Das Angebot vor Ort klärst du mit der Beratung der Agentur für Arbeit.