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Bildungsweg 04 von 09

Bildungsurlaub

Gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Freistellung für anerkannte Weiterbildung — geregelt in 14 von 16 Bundesländern.

Was ist das?

Bildungsurlaub (je nach Land auch Bildungszeit oder Bildungsfreistellung) ist ein gesetzlicher Anspruch von Beschäftigten: Der Arbeitgeber stellt dich für eine anerkannte Weiterbildung bezahlt frei — zusätzlich zum regulären Urlaub.

Ob und wie der Anspruch besteht, regelt nicht der Bund, sondern jedes Bundesland einzeln. Entscheidend ist der Arbeitsort, nicht der Wohnort. In zwei Ländern gibt es kein entsprechendes Gesetz.

Für wen eignet es sich?

Für Angestellte, die sich beruflich oder — je nach Landesgesetz — auch politisch/gesellschaftlich weiterbilden wollen, ohne dafür Urlaubstage zu opfern.

Ablauf, Dauer & Abschluss

Ablauf

Anerkanntes Seminar auswählen, rechtzeitig schriftlich beim Arbeitgeber beantragen, Freistellung erhalten, teilnehmen.

Typische Dauer

Je nach Bundesland meist 5 Arbeitstage pro Jahr oder 10 Tage in zwei Jahren.

Abschluss

Teilnahmebescheinigung des anerkannten Veranstalters.

Richtwerte · Stand: 07/2026

Filterstufe 2

Auf deine Situation zuschneiden

Wähle Status und Bundesland — die Seite hebt dann hervor, was für dich gilt. Alle Varianten stehen vollständig auf dieser Seite.

Beim Bildungsurlaub führt das Bundesland — es bestimmt Anspruch, Tage und Fristen. Alle 16 Regelwerke stehen unten auch als Vergleichstabelle.

Status
Bundesland

Das gilt für dich

Der Bildungsurlaub ist Ländersache: Anspruch, Tage, Wartezeit und Antragsfrist unterscheiden sich je nach Bundesland deines Arbeitsorts. Wähle oben dein Bundesland — oder nutze die Vergleichstabelle darunter, die alle 16 Regelwerke nebeneinanderstellt.

Stand: 07/2026 · Quellen: Landesgesetze (je Bundesland unten verlinkt)

Hinweis zu deinem Status: Ohne bestehendes Arbeitsverhältnis läuft der Bildungsurlaubsanspruch ins Leere — für dich sind Bildungsgutschein und AVGS die passenden Instrumente.

Hinweis zu deinem Status: Der gesetzliche Bildungsurlaub setzt ein Arbeitsverhältnis voraus — als Solo-Selbständige/r hast du keinen eigenen Anspruch. Du planst deine Lernzeiten frei; Kosten sind als Betriebsausgabe absetzbar.

Arbeitgeberperspektive: Der Anspruch steht Ihren Beschäftigten zu. Als Arbeitgeber zahlen Sie das Entgelt während der Freistellung weiter; ablehnen können Sie nur aus den im Landesgesetz genannten Gründen (z. B. dringende betriebliche Belange) — form- und fristgerecht begründet.

Wie viele Tage Bildungsurlaub gibt es in welchem Bundesland?

In 14 von 16 Bundesländern besteht ein gesetzlicher Anspruch — in der Regel fünf Arbeitstage pro Jahr; Bayern und Sachsen kennen keinen. Wartezeit und Antragsfrist unterscheiden sich je Land. Jede Zeile führt zur ausführlichen Länderseite.

Bildungsurlaub: Anspruch, Umfang, Wartezeit, Antragsfrist und Rechtsgrundlage je Bundesland
BundeslandAnspruchUmfangWartezeitAntragsfristRechtsgrundlage
Baden-Württemberg Ja5 Arbeitstage pro Jahr12 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 9 Wochen vor BeginnBildungszeitgesetz BW (BzG BW)
Bayern NeinKein Landesgesetz — Alternativen auf der Länderseite.kein Landesgesetz vorhanden
Berlin Ja5 Arbeitstage pro Jahr (auf 10 Tage in 2 Jahren bündelbar)6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 6 Wochen vor BeginnBildungszeitgesetz Berlin (BiZeitG)
Brandenburg Ja10 Tage in 2 Jahren6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 6 Wochen vor BeginnBrandenburgisches Erwachsenenbildungsgesetz (BbgEBG)
Bremen Ja10 Tage in 2 Jahren6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 4 Wochen vor BeginnBremisches Bildungszeitgesetz (BremBZG)
Hamburg Ja5 Arbeitstage pro Jahr (auf 10 Tage in 2 Jahren bündelbar)6 Monate Betriebszugehörigkeitso früh wie möglich, spätestens 6 Wochen vor KursbeginnHamburgisches Bildungsurlaubsgesetz (HmbBUG)
Hessen Ja5 Arbeitstage pro Jahr6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 6 Wochen vor BeginnHessisches Bildungsurlaubsgesetz (HBUG)
Mecklenburg-Vorpommern Ja5 Arbeitstage pro Jahr (auf 10 Tage in 2 Jahren bündelbar)6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 8 Wochen vor BeginnBildungsfreistellungsgesetz M-V (BfG M-V)
Niedersachsen Ja5 Arbeitstage pro Jahr6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 4 Wochen vor BeginnNiedersächsisches Bildungsurlaubsgesetz (NBildUG)
Nordrhein-Westfalen Ja5 Arbeitstage pro Jahr6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 6 Wochen vor BeginnArbeitnehmerweiterbildungsgesetz NRW (AWbG)
Rheinland-Pfalz Ja10 Tage in 2 Jahren2 Jahre Betriebszugehörigkeitspätestens 6 Wochen vor BeginnBildungsfreistellungsgesetz RLP (BFG)
Saarland Ja5 Arbeitstage pro Jahr (auf 10 Tage in 2 Jahren bündelbar)6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 6 Wochen vor BeginnSaarländisches Bildungsfreistellungsgesetz (SBFG, Fassung 2024)
Sachsen NeinKein Landesgesetz — Alternativen auf der Länderseite.kein Landesgesetz vorhanden
Sachsen-Anhalt Ja5 Arbeitstage pro Jahr6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 6 Wochen vor BeginnBildungsfreistellungsgesetz LSA
Schleswig-Holstein Ja5 Arbeitstage pro Jahr6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 6 Wochen vor BeginnWeiterbildungsgesetz SH (WBG)
Thüringen Ja5 Arbeitstage pro Jahr6 Monate Betriebszugehörigkeitspätestens 8 Wochen vor BeginnThüringer Bildungsfreistellungsgesetz (ThürBfG)

Stand: 07/2026 — maßgeblich sind die Landesgesetze; Kleinbetriebs-Ausnahmen stehen auf den Länderseiten.

Abgrenzung: Was ist der Unterschied?

Bildungsurlaub vs. Seminar & Kurs

Der Bildungsurlaub ist kein eigenes Kursformat, sondern der Freistellungsanspruch — besucht wird meist ein anerkanntes Seminar.

Seminar & Kurs ansehen

Bildungsurlaub vs. Weiterbildung

Die Weiterbildung beschreibt das Lernen selbst; der Bildungsurlaub verschafft dir die bezahlte Zeit dafür.

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Häufige Fragen

Wer bezahlt beim Bildungsurlaub was?
Der Arbeitgeber zahlt dein Gehalt während der Freistellung weiter. Die Kurskosten trägst du selbst — sie sind aber oft als Werbungskosten absetzbar.
Kann mein Arbeitgeber den Antrag ablehnen?
Nur aus bestimmten Gründen, etwa dringenden betrieblichen Belangen, und je nach Land bei Kleinbetriebsregeln. Eine Ablehnung muss begründet werden; der Anspruch verfällt dadurch in vielen Ländern nicht ersatzlos.
Gilt mein Wohnort oder mein Arbeitsort?
Der Arbeitsort. Wer in Hamburg arbeitet und in Niedersachsen wohnt, nutzt das Hamburgische Bildungsurlaubsgesetz.
Was ist, wenn mein Bundesland kein Gesetz hat?
In Bayern und Sachsen besteht kein gesetzlicher Anspruch. Möglich bleiben freiwillige Freistellungen des Arbeitgebers, tarifvertragliche Regelungen oder Weiterbildung außerhalb der Arbeitszeit.